{"id":121,"date":"2021-02-21T11:14:00","date_gmt":"2021-02-21T10:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.creatingcompetitiveness.at\/CC\/?p=121"},"modified":"2026-02-11T10:23:04","modified_gmt":"2026-02-11T09:23:04","slug":"was-sie-von-intel-lernen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.creatingcompetitiveness.at\/en\/was-sie-von-intel-lernen-koennen\/","title":{"rendered":"Was Sie von Intel lernen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>Pat Gelsinger \u00fcbernahm im Februar die Leitung von Intel, jener Firma, die \u00fcber Jahrzehnte das Mikroprozessor-Gesch\u00e4ft der Welt dominierte und dies immer noch tut. Als solches hat sie ihre potentiellen Rivalen traditionell vor sich hergetrieben, in dem sie ihre Chips, im wesentlichen Moore&#8217;s (Mitbegr\u00fcnder von Intel) Gesetz folgend, st\u00e4ndig weiterentwickelte und sie damit unverzichtbar in der kontinuierlich wachsenden Computerbranche machte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber &#8211; \u00dcberraschung &#8211; die Welt hat sich ver\u00e4ndert. Smartphones \u00fcberholen traditionelle Computer und in diesem Bereich spielt Intel keine Rolle. Allzweck-Chips, worin die Kernkompetenz Intels liegt, werden zunehmend durch hoch spezialisierte Prozessoren abgel\u00f6st. Und in der reinen Produktion erweisen sich ebenfalls hoch spezialisierte, wie in vielen anderen Sektoren, chinesische, bzw. in diesem Fall Taiwanesische Fabriken (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) nicht nur billiger, sondern insgesamt als effizienter. Analysten und Investoren empfehlen daher Intel einen g\u00e4nzlichen Ausstieg aus der Produktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich findet sich Intel gefangen in Pfadabh\u00e4ngigkeiten, ein dominierender Konzern droht in den Bereich des &#8222;Bestehens&#8220; zu wandern (in unserem Modell von Arena 1 zu Arena 2). Wie der Economist berichtet, sind kaum K\u00e4ufer f\u00fcr die Produktionsanlagen zu finden, eben, weil sie technologisch nicht mehr am aktuellen Stand sind (&#8222;Lock-In&#8220;!). Diversifikationsschritte, integraler Bestandteil einer Dominierer-Strategie, wurden offenbar verschlafen. Die Forschung und Entwicklung scheint einseitig auf die Verkleinerung und Beschleunigung bestehender Prozessor-Philosophien gesetzt zu haben &#8211; eben dem Mooreschen Gesetz folgend. Letzteres scheint aber an seine physikalischen Grenzen gesto\u00dfen zu sein &#8211; die ungewohnten Verz\u00f6gerungen bei der Einf\u00fchrung neuer Chip-Generationen legen Zeugnis daf\u00fcr ab. Ob ein Ingenieur wie Pat Gelsinger, der von den Intel-Gr\u00fcndern gepr\u00e4gt wurde, solche Pfadabh\u00e4ngigkeiten durchbrechen kann und Intel neue Strategische Optionen finden l\u00e4sst, ist fraglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Intel hat zumindest riesige finanzielle Ressourcen, die ihm solche er\u00f6ffnen sollten. Weniger gro\u00dfe Firmen, die dennoch eine Nische dominieren, sollten fr\u00fchzeitiger ihre Lehren aus solchen Erfahrungen ziehen. Keine einmal dominante Firma kann darauf hoffen, dass deren Nische noch in f\u00fcnf Jahren existiert und sie dort ihre Kernkompetenzen nutzen kann. Forschung und Entwicklung f\u00fcr neue Produkte und Nischen ist essentiell und erlaubt nicht nur die Diversifikation jenseits der angestammten Bereiche, sondern sie ist dessen notwendige Konsequenz. Auf neue Nischen wird nicht nur reagiert, sondern sie werden geschaffen, um sie in gleicher Weise zu dominieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Johannes M. Lehner<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pat Gelsinger \u00fcbernahm im Februar die Leitung von Intel, jener Firma, die \u00fcber Jahrzehnte das Mikroprozessor-Gesch\u00e4ft der Welt dominierte und dies immer noch tut. 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